Daniel Pacitti DANIEL PACITTI

Komponist, Dirigent, Bandoneonist

Daniel Pacitti, geboren in Argentinien, besucht das Instituto Superior de Música in Santa Fe und studiert Klarinette und Klavier am nationalen Musikkonservatorium in Buenos Aires. Mit siebzehn Jahren gewinnt er den ersten Preis der Jovenes Concertitas Argentinos sowie den ersten Preis im Wettbewerb Solistas del Mozarteum. Später beendet er die Ausbildung an der Klarinette am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand mit Diplom. Pacitti studiert an der Accademia Chigiana in Siena und absolviert die Klarinettenkurse von Giuseppe Garvarino. Gleichzeitig studiert er an der Accademia Internazionale Superiore di Musica in Biella bei Anthony Pay und in Riva del Garda bei Karl Leister. Er tritt in das Konservatorium Maurice Ravel in Paris ein und studiert Klarinette bei Jean-Marc Volta, Harmonie und Kontrapunkt mit Pierre Durant, Orchestrierung mit Patrice Sciortino und musikalische Analyse mit Alain Margoni. Gleichzeitig absolviert er Kurse für fortgeschrittene Chor- und Orchesterleiter bei Jean-Jacques Werner und Pierre Cao im Centre d'Art Polyphonique de Paris.

Nach einstimmiger Entscheidung aller Mitglieder des Ensemble International de Paris wird Pacitti 1989 Dirigent des Orchesters und tritt anschließend in bedeutenden Konzerthäusern Frankreichs auf. Im Jahr darauf nimmt er an der Meisterklasse für Orchesterdirigieren bei Bruno Weil in Wien teil und trifft Carlo Maria Giulini und Bruno Bettinelli in Mailand. Pacitti war musikalischer und künstlerischer Leiter des Staatlichen Philharmonischen Orchesters von Moldawien. Er war auch künstlerischer Leiter des Kammerorchesters der Lombardei und des Sinfonieorchesters Guido Cantelli in Mailand sowie künstlerischer Leiter der Oper Giuseppe Verdi in Triest.

Als Dirigent arbeitete Pacitti mit zahlreichen Orchestern zusammen, darunter dem Nationalorchester Santiago de Chile, dem Orchester Radio 1 Moskau, dem Nationalorchester Sao Paolo, dem Sinfonieorchester Santa Fe, dem Kapellorchester St. Petersburg, dem Rundfunk Orchester Tirana, dem Rundfunk Orchester Bukarest, der Nationaloper Bukarest, dem Orchester der Nationaloper Zagreb, dem Opernhaus Lima, dem Sinfonieorchester Udine, Sinfonietta Paris, dem Kibbuz Chamber Orchestra, dem Sinfonieorchester San Remo, dem Philharmonischen Orchester Regensburg, dem Streichorchester Archi della Scala, dem Kammerorchester der Lombardei, der Camerata Strumentale Italiana in Triest, dem Orquesta Sinfônica de Santo André (Brasilien), dem Sinfonieorchester der Stadt Tokio, dem Philharmonic Orchestra Greensboro (USA), dem Orchestra Sinfonica Guido Cantelli in Mailand, dem Orchestra del Festival d' Avences (Schweiz), dem Orchester I Pomeriggi Musicali in Mailand, dem Zugló Philharmonia Szent István Király Symphonieorchester Budapest, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt.

Für zwei Ausgaben des Concorso Violinistico Internazionale Lipizer di Gorizia arbeitete er als Orchesterdirektor.

Pacitti arbeitete als musikalischer und künstlerischer Leiter des Festivals Il 900 italiano und jahrelang mit Casa Ricordi zusammen.

Für ANTES CONCERTO nahm er Strutture und Sinfonia Nr. 7 von Bruno Bettinelli zusammen mit Tentazioni e Montmartre des Mailänder Komponisten Ermanno Malagutti auf. Für das Label AGORA wurde eine Reihe von Klarinetten-CDs aufgenommen, darunter Konzerte von Stamitz, Backofen, Devienne, Telemann, Tausch, Hoffmeister, Krommer und Mendelssohn. Ebenfalls auf einer AGORA-CD ist Pacitti mit Sonaten für Klarinette und Klavier von Mario Castelnuovo-Tedesco, Nino Rota und Leonard Bernstein zu hören. Eine weitere CD wurde für RICORDI mit Musik von Giacomo Mazzoni (Dieci Versi di Emily Dickinson und Ode e Scene per il Doktor Faustus) aufgenommen. Mit dem Orchestra della Radio e Televisione Moldova nahm Pacitti als Dirigent und Klarinettist in einer Person Contemplaciòn y Danza op.15 von Astor Piazzolla (europäische Uraufführung), das Klarinettenkonzert von Aaron Copland, die Sonate für Klarinette und Klavier von Carlos Guastavino (europäische Uraufführung) und Drei Stücke für Klarinette solo von Igor Strawinsky auf.

Als Dirigent des Streichorchesters Archi della Scala zeichnete er das Klavierkonzert KV 271 von Wolfgang Amadeus Mozart und das Konzert Nr. 2 für Violoncello von Joseph Haydn mit Sandro Laffranchini, dem ersten Cellisten der Scala, auf. Für das Label MYTO RECORDS nahm er mit dem Orchester der Oper Tirana die Cavalleria Rusticana und Il Mistero von Domenico Monleone auf. Als Kind und Jugendlicher hat Pacitti in Argentinien das Bandoneon bei den Meistern Osvaldo Montes und Alberto Garralda gründlich studiert, später in Paris studierte er bei Maestro Cesar Stroscio.

Daniel Pacitti

In Mailand besuchte Pacitti die Civica Scuola di Musica und erhielt Unterricht in elektronischer Musik und Jazz. Er spielte als Bandoneonist mit dem berühmten Jazzmusiker Franco Cerri und seinem Quartett sowie in verschiedenen Formationen mit verschiedenen Programmen: Tango, Fusion, Jazz, südamerikanische Folklore und klassische Musik. Pacitti spielte die Misa Tango von Luis Bacalov mit dem Coro Filarmonico Rossini in Pesaro und die Misa a Buenos Aires von Martín Palmieri mit dem Orchestra del Conservatorio von Parma. Seit seiner Kindheit ist Pacitti mit der argentinischen Folkloremusik in Kontakt. In der Liebe zur traditionellen Musik seines Landes findet er die Inspiration, die eigene Musik zu komponieren. Bizets Carmen wurde von ihm im Stil des Tango und der Volksmusik Südamerikas bearbeitet. Die Misa Criolla und Navidad Nuestra des argentinischen Komponisten Ariel Ramírez orchestrierte Pacitti für Sinfonieorchester und 2013 wurde seine symphonische Fassung mit Solisten und 400 Chorsängern in Budapest im Sala Béla Bartók im Kulturzentrum uraufgeführt. Seit 2013 präsentiert Pacitti sein Projekt Das Deutsche Bandoneon in Berlin mit einer Reihe von Konzerten mit geistlicher und weltlicher Musik von Bach bis Piazzolla. Zusammen mit Opernsängern spielt er auch Repertoires des 17. Jahrhunderts und des italienischen Belcanto. In Berlin wurde ein Zyklus mit Kammermusik von Pacitti aufgeführt: ein Concierto criollo für Violine und Klavier, ein Concierto criollo für Viola und Klavier und die Suite La Cruz del Sur für Flöte und Klavier. Seine erste Messe La Cruz del Sur für Solisten, Chor und Instrumental- ensemble wurde im Dezember 2015 in Berlin in der Matthäuskirche aufgeführt. Anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation komponierte Pacitti das Luther-Oratorium, das unter seiner Leitung im Juni 2017 in der Berliner Philharmonie aufgeführt wurde. Im November 2017 wurde in Berlin sein Cantico delle Creature, ein Lobgesang auf einen Text des Heiligen Franziskus von Assisi, erstmals in Berlin und 2019 in der Oberen Basilika des Heiligen Franziskus von Assisi aufgeführt.

Im November 2018 wurden sein Concierto criollo für Cello und sein Concierto criollo für Viola in der Berliner Philharmonie im Kammermusiksaal aufgeführt, sowie sein Konzert für Bandoneon und Orchester.

In den Jahren 2019 und 2020 schrieb Pacitti mehrere Kammerkompositionen: El Mariner und El Cant dels Ocells für Cello und Klavier. La Dama d'Aragó und La Santa Espina für Violine und Klavier.